Zwischen Worten und Bildern – Ein Abend mit Autorin Thekla Wilkening
Im Januar durfte ich die wunderbare Thekla Wilkening bei ihrer Buchvorlesung zu ihrem Roman „Wir bleiben wir“ fotografisch begleiten – ein Abend, der mir aus mehreren Gründen in Erinnerung bleiben wird.
Schon beim Betreten des Kölner Pop-Up-Stores von avonté lag eine besondere Stimmung in der Luft. Der Raum war warm, modern, klar – und gleichzeitig voller Leben. Zwischen ausgewählten Stücken, weichen Stoffen und liebevoll gestalteten Details entstand eine Atmosphäre, die sich fast wie ein Wohnzimmer auf Zeit anfühlte. Nahbar. Persönlich. Echt.
Für mich als Fotograf war diese Location ein Geschenk. Ästhetisch aber nicht kalt, Ein Setting das nicht überstimuliert, eine Atmosphäre in der man sich wohlfühlte – all das schuf eine Bühne, die nicht laut sein musste, um zu wirken. Eine Bühne, auf der Persönlichkeit Raum bekommt. Genau der richtige Ort für persönliche und editorial inspirierte Portrait- und Brandingfotos.
Als Thekla zu lesen begann, wurde es still. Dieses besondere Stillsein, das nicht leer ist, sondern voller Aufmerksamkeit. Ihre Worte füllten den Raum, erzählten von Zusammenhalt, Identität und dem Mut, sich selbst treu zu bleiben. In solchen Momenten vergesse ich manchmal fast, dass ich arbeite. Ich beobachte. Ich spüre. Ich warte auf diese Sekunden, in denen sich etwas zeigt – ein Lächeln zwischen zwei Sätzen, ein nachdenklicher Blick, ein tiefer Atemzug.
Was mich an diesem Abend besonders berührt hat, war die Verbindung zwischen Raum, Text und Persönlichkeit. „Wir bleiben wir“ ist ein Titel, der Haltung trägt – und genau diese Haltung war auch in Theklas Präsenz spürbar. Klarheit. Wärme. Stärke. Und genau das wollte ich einfangen.
Zwischen der Lesung und den Gesprächen danach entstanden Bilder, die mehr sind als Eventdokumentation. Portraits, die nicht nur zeigen, wie jemand aussieht, sondern wie sich jemand anfühlt. Brandingfotos, die nicht inszeniert wirken, sondern organisch wachsen – aus dem Moment heraus. Die Ästhetik des Stores unterstützte genau das: modern, aber nicht kühl. Stilvoll, aber nicht distanziert. Ein Rahmen, der Persönlichkeit trägt, statt sie zu überdecken.
Ich liebe es, wenn Fotografie genau an diesem Punkt ansetzt – zwischen Authentizität und Ästhetik. Wenn Bilder nicht nur schön sind, sondern Bedeutung haben. Wenn sie die Geschichte einer Person visuell weitererzählen.
Dieser Abend hat mich daran erinnert, warum ich fotografiere: Weil ich daran glaube, dass Sichtbarkeit Kraft hat. Dass Geschichten nicht nur gelesen, sondern auch gesehen werden dürfen. Und dass es Orte und Momente gibt, in denen alles zusammenkommt – Worte, Licht, Raum und Mensch.
Danke, liebe Thekla, für dein Vertrauen. Und für einen Abend, der bleibt.
