Warum ich Männlichkeit in der Personal-Branding-Fotografie neu denke!
Moderator, Autor & Trauerbegleiter Benni Bauerdick
In den letzten Monaten begleitet mich eine Frage, die mich nicht mehr loslässt. Sie taucht in Gesprächen auf, in Shootings, manchmal ganz leise beim Sichten von Bildern:
Warum sehen so viele Männer auf ihren Business-Portraits aus, als würden sie eine Rolle spielen?
Ich arbeite als Portrait- und Personal-Branding-Fotograf in Köln. Und je länger ich mich mit Portraitfotografie und Business Fotografie beschäftige, desto deutlicher wird mir, wie stark unsere visuelle Sprache noch immer von überholten Männlichkeitsbildern geprägt ist. Verschränkte Arme, ernster Blick, kontrollierte Körpersprache. Stärke wird inszeniert, Dominanz angedeutet, Persönlichkeit oft geglättet.
Cedric Sprick
Was mir dabei wichtig ist:
Ich schreibe das nicht aus einer distanzierten Beobachterrolle heraus. Diese klassischen Business-Portraits fühlen sich auch für mich nicht stimmig an. Auch ich habe lange geglaubt, bestimmten Erwartungen entsprechen zu müssen – souverän wirken, klar, belastbar, „professionell“. Und habe gemerkt, wie wenig ich mich selbst in diesen Bildern wiederfinde.
Mich interessiert etwas anderes.
Nicht die perfekte Pose, sondern die innere Haltung.
Nicht das Bild von Erfolg, sondern der Mensch dahinter.
Nicht „stark wirken“, sondern präsent sein.
Brandon
Gerade im Personal Branding für Männer sehe ich hier ein großes Spannungsfeld. Viele wollen sichtbar werden – mit ihrer Arbeit, ihrer Expertise, ihrer Haltung. Gleichzeitig greifen sie bei der Bildsprache auf bekannte Muster zurück, weil sie Sicherheit versprechen. Das Ergebnis sind funktionierende, aber austauschbare Business-Portraits, die wenig über die Persönlichkeit erzählen.
Ich glaube, viele Männer spüren längst, dass diese Form der Business Fotografie nicht mehr zu ihnen passt. Dass sie mehr sind als ihre berufliche Rolle. Dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist, sondern Tiefe. Und dass echte Präsenz nichts mit Lautstärke oder Kontrolle zu tun hat.
Als Portraitfotograf zeigt sich das für mich besonders deutlich. Meine Kamera verstärkt das, was da ist – und auch das, was wir versuchen zu verbergen. Wenn jemand glaubt, stark aussehen zu müssen, zeigt sich oft Anspannung, Distanz, Schutz.
Wenn jemand hingegen Raum bekommt, anzukommen und nichts darstellen zu müssen, entsteht etwas anderes: Ruhe, Klarheit, Echtheit.
Henri Bippus
Genau dort setze ich an. Ich entwickle aktuell ein Personal-Branding-Angebot in Köln, das sich bewusst von klassischer Business Fotografie abgrenzt. Weg von Macho-Posen und Image-Fassaden. Weg von standardisierten Business-Portraits ohne Persönlichkeit.
Hin zu einer ehrlicheren, emotionaleren Bildsprache.
Zu Portraits, die Haltung zeigen – nicht als Pose, sondern als innere Ausrichtung.
Keine Masken.
Keine Dominanzgesten.
Sondern Präsenz, Verletzlichkeit und Klarheit.
Bo
Das ist kein fertiges Konzept, sondern ein Prozess. Auch für mich als Fotograf. Ein Hinterfragen von Sehgewohnheiten, von Erwartungen an Männlichkeit und Erfolg – gerade im beruflichen Kontext und im Personal Branding.
Ich bin überzeugt:
Wir brauchen keine weiteren Bilder von Männern, die alles im Griff haben.
Wir brauchen Bilder von Männern, die bei sich sind.
Gerade in der Personal-Branding-Fotografie liegt darin eine enorme Kraft.
Wenn du dich in klassischen Business-Portraits nicht wiederfindest und eine Bildsprache suchst, die mehr zeigt als eine Rolle, dann lass uns ins Gespräch kommen.
Ich begleite Männer in meinem Fotostudio in Köln dabei, im Personal Branding sichtbar zu werden – mit Haltung, Präsenz und ohne Maske.
